Am 18.03.2026 fand eine Sitzung des Bauausschusses statt.
Unter Tagesordnungspunkt 5 wurde das Thema „Sanierung des Adolph-Holm-Kindergartens“ behandelt.

Dieser Kindergarten liegt idyllisch inmitten eines kleinen Wäldchens, dem „Kirchwald“.

In der Beschlussvorlage heißt es: „Im Zuge der Sanierung soll auch eine Anpassung der Außenanlagen erfolgen. Darin enthalten sind auch der Bereich der Parkplätze und die Zufahrt …“.

Wir haben uns die Planung angesehen und waren auch vor Ort.

Laut Planung soll es künftig 30 Stellplätze geben – darunter etwa 8 neue Parkplätze sowie eine neue Zufahrt für einen komfortablen Hol- und Bringverkehr („Elterntaxis“).

Das wirft die Frage auf: Ist es noch zeitgemäß, zusätzliche Anreize zu schaffen, Kinder mit dem Auto zu bringen, statt zu Fuß oder mit dem Fahrrad? Passt das zu einer Gemeinde, die sich als umweltfreundlich versteht?

Besonders kritisch sehen wir den vorgesehenen massiven Eingriff in den vorhandenen Baumbestand: Laut Plan sollen mindestens 44 Bäume gefällt werden, darunter zahlreiche durch die Adendorfer Baumschutzsatzung geschützte Exemplare.

Betroffen sind unter anderem vier große, alte Eichen sowie mehrere kleinere Bäume, überwiegend Ahorn (siehe Bild - Bereich rechts vom „Einfahrt verboten“-Schild).
Dieses Areal soll für die neuen Parkplätze und die neue Zufahrt vollständig entgrünt und versiegelt werden.

Im Rahmen der Einwohnerfragestunde stellten wir die Frage, ob es für die vorgesehenen Parkplätze eine belastbare Bedarfsprüfung gibt. Das konnte man uns nicht bestätigen.

Das beauftragte Architekturbüro verwies auf angeblich vorgeschriebene 22 Stellplätze, nannte jedoch keine entsprechende Vorschrift – was auch gar nicht möglich ist, da es eine solche Regelung in Adendorf gar nicht gibt.

Und wofür überhaupt die Erhöhung auf 30 Plätze? Denn weder die Anzahl der aufgenommenen Kinder noch die Anzahl der Mitarbeiter soll im Rahmen der Sanierung und Erweiterung des Kindergartens erhöht werden.

Auf unsere Nachfrage zum gesetzlich erforderlichen Ausgleich für die Baumfällungen wurde eine Ausgleichsfläche in Erbstorf genannt. Fraglich bleibt jedoch, ob dies für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Besucher des Kirchwaldes einen echten Ausgleich darstellt.

Zumal neu gepflanzte Bäume mehrere Jahrzehnte benötigen, um die ökologischen Funktionen alter Bäume zu ersetzen – etwa bei CO₂-Bindung, Sauerstoffproduktion, Grundwasserregulierung, Luftreinigung und Beschattung.

Kinder sind unsere Zukunft – aber ohne Bäume gibt es für diese keine lebenswerte Zukunft!

Ein kleiner Vergleich am Rande: 

Für den Kindergarten mit seinen 22 Mitarbeitenden werden 30 Parkplätze geplant.

Für rund 40 Mitarbeitende im Rathaus werden genau zwei Stellplätze (“für Dienstfahrzeuge”) bereitgestellt und ebenfalls zwei Plätze stehen allen Besuchern des Rathauses zur Verfügung. 

Da fragt man sich, wer das wie berechnet und festlegt.

Die gute Nachricht zum Schluss:

Der Beschluss über die vorgelegte Planung wurde zunächst vertagt.
Das Architekturbüro wurde beauftragt, eine alternative Planung mit weniger Parkplätzen zu entwickeln (Vorschlag der Grünen Partei). Anschließend soll erneut beraten werden.